Abschluss der Validations-Ausbildung
Bericht von Christian Koch
Validation - Kommunikation mit verwirrten Menschen
Und wieder ist ein Jahr vorüber. Anfang 2007 begann ich mit der Weiterbildung zur Erlangung des Validationsanwenders. Diese spezielle Weiterbildung dauerte 1 Jahr lang. Viele Theoriestunden, aber noch viel mehr Praxisstunden habe ich hinter mir. Am 10. Dezember 2007 absolvierte ich die Abschlussprüfung in Bregenz. Diese bestand aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Diese habe ich erfolgreich bestanden. Am Abend waren wir alle zum Abschlussfest eingeladen. Umrahmt mit toller musikalischer Begleitung und einem kleinen Theaterstück, erhielten wir dann das langersehnte Zeugnis!
Validation ist wirklich etwas ganz Besonderes, das ich euch nun versuche ein bisschen näher zu bringen.
Validation wurde Mitte der 1970er Jahre von der Sozialarbeiterin Fr. Naomi Feil entwickelt, speziell für alte bis sehr alte verwirrte Menschen. Die Validationsmethode basiert auf der Theorie der Lebensaufgaben (von Erik Erikson). Naomi Feil sagt auch, dass altersverwirrte Menschen noch versuchen, eine gescheiterte Lebensaufgabe zu lösen um in Frieden sterben zu können.
Demenz zeigt sich durch die Störung des Gedächtnisses, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses. Die Vergesslichkeit ist zunächst etwas Normales. Oft ist, zumindest in den Anfangsstadien, die äußere Fassade der Person dabei gut erhalten, so dass die Gedächtnisstörungen im oberflächlichen Kontakt sehr gut überspielt werden können. Dies gelingt besonders gut den Menschen, die ihr Leben lang viele soziale Kontakte hatten.
Später verlieren sich länger zurück liegende Gedächtnisinhalte. Wenn die Demenz fortschreitet, treten auch andere Störungen der Hirnfunktion hinzu, wie zum Beispiel Wortfindungsstörungen, Rechenstörungen und Störungen der Raumwahrnehmung, so dass sich die Betroffenen häufig verlaufen.
Beispiele – ein 80 jähriger Mensch hat das Gefühl er / sie:
- sei 14 Jahre alt – (zeitlich verwirrt)
- sei an einem ganz anderen Ort - (örtlich verwirrt)
- muss dringend zu seiner Mutter - (zur Person verwirrt)
- muss dringend nach Hause um für die Kinder zu kochen - (situativ verwirrt)
Der Validationsanwender benutzt spezielle verbale und nonverbale (sprachliche und nicht-sprachliche) Techniken, die den verschiedenen Verwirrtheitsphasen angepasst sind und versucht die individuelle Realität zu erkennen (das heißt die des verwirrten Menschen).
Der Anwender bemüht sich immer um Respekt, ist nicht urteilend oder abwertend.
Wie man sieht eine recht anspruchsvolle Methode im Umgang mit Verwirrtheit.
Wenn man Menschen mit Demenz so akzeptiert wie sie sind, kann man ihnen sehr nahe kommen. Die meisten Menschen haben das Bedürfnis nach Nähe und Intimität und demente Menschen sind darin nicht anders. Will man sie verändern, sie zurückholen in die Wirklichkeit, dann verliert man den Kontakt. Sie werden ärgerlich, fühlen sich unverstanden und entwürdigt.
Demente Menschen haben genauso viele und genauso verschiedene Gefühle wie jeder andere auch und sie wollen diese gerne äußern und mit anderen teilen. Es liegt also an den Anderen, Familie, Versorgenden und Betreuern, sie zu verstehen und zu respektieren.
Umgang mit dementen alten Menschen bedeutet, nach Möglichkeiten zu suchen, um miteinander kommunizieren zu können. Das kann sein mit Worten, Gesten, Blickkontakt und Berührungen.
Vieles ist verloren gegangen: Das Erinnerungs- und Denkvermögen, das Wissen, wie Dinge zu tun sind, der für uns normale verbale Kontakt.
Es ist auch wichtig über ihre Lebensgeschichte informiert zu sein. Nicht aus Neugier oder um sie zu analysieren, sondern um die verwirrten Menschen zu verstehen und ihnen leichter in ihre innere Welt folgen zu können. Wenn ihnen keine Worte mehr zur Verfügung stehen, brauchen sie andere, um die Worte für sie auszusprechen!
Validation ist eine Kommunikationsmethode, welche den Pflegenden hilft, desorientiertes Verhalten der BewohnerInnen zu verstehen und mit Einfühlungsvermögen einen Zugang in deren innere Erlebniswelt zu finden. Die Methode der Validation ermöglicht den Pflegenden in die innere Welt des an Demenz erkrankten Bewohners zu folgen, sie zu benennen und zu bestätigen. Übersetzt heißt Validation soviel wie: "gültig erklären", "wertschätzen", "ernst nehmen", "akzeptieren". In die Praxis umgesetzt bedeutet dies, die Gefühle hochbetagter Menschen anzuerkennen, ohne sie zu beurteilen oder ihr Verhalten korrigieren zu wollen.
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